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Lieferkettengesetz - leider nur ultralight

14. 02. 2021

„Lieferkettengesetz ultralight – leider nur ein winziger Schritt, aber immerhin ein Anfang“, so kommentieren die Sprecherinnen vom Weltladen Remagen-Sinzig Walburga Greiner und Silke Olesen das in der letzten Woche  von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Lieferkettengesetz.

„Natürlich hätten wir uns ein viel weitgehenderes Lieferkettengesetz gewünscht, so wie es Entwicklungsminister Gerd Müller und Arbeitsminister Hubertus Heil befürworteten. Leider war die Industrie- und Wirtschaftslobby so stark und so wurde das Gesetz vor allem auf Druck von Wirtschaftsminister Peter Altmaier sehr stark aufgeweicht.“ Anstatt, dass Unternehmen in Deutschland ab 500 Beschäftigten für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer gesamten Lieferkette verantwortlich sind, werden zunächst ab 2023 Unternehmen mit 3.000 Beschäftigten sich an das neue Lieferkettengesetz halten müssen, ab dem Jahr 2024 dann Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Jedes Unternehmen muss überprüfen: Wie sind die Arbeitsbedingungen vor Ort? Wird grundlegender Schutz für die Menschen gewährleistet?

KinderarbeitKinderarbeit und sklavenähnliche Produktionsbedingungen im globalen Süden

So werden also zunächst weiterhin Kinder in Steinbrüchen, auf Kakaoplantagen oder in Kobaltminen für unsere Konsumgüter schuften oder Frauen unter katastrophalen und gesundheitsschädigenden Bedingungen Billigkleidung nähen oder Billigblumen produzieren. Sklavenähnliche Arbeitsbedingungen und niedrige Umweltstandards werden  in vielen Ländern weiterhin „normal“ sein.   

„Man kann sich über die Politik ärgern und schimpfen. Aber jede und jeder von uns kann selbst  Druck auf Politik und Wirtschaftsunternehmen ausüben, damit die Ausbeutung der Menschen im globalen Süden beendet wird. Zum einen können wir unsere politischen Vertreter*innen immer wieder auf das Problem hinweisen. Zum anderen können wir unser Kaufverhalten anpassen, die Ware im Regal liegen lassen, die offensichtlich nur mit Hungerlöhnen oder unter umweltpolitisch fragwürdigen Bedingungen so billig produziert werden konnte. Das Angebot an fair produzierten Waren wächst immer weiter, man muss auf nichts mehr verzichten“ so das Weltladenteam aus Remagen.  „Es bleibt zu hoffen, dass die Initiative aus dem EU-Parlament bald zu einem EU-weiten  und verpflichtenden Lieferkettengesetz führt.“

 

 

Bild zur Meldung: Lieferkettengesetz - leider nur ultralight