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12. Juni - Tag gegen ausbeuterische Kinderarbeit

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten rund 152 Millionen Kinder im Alter zwischen 5 und 17 Jahren. Unter ihnen sind 72 Millionen Mädchen und Jungen in gefährlicher Arbeit: Sie schuften an gefährlichen Orten wie Steinbrüchen oder kommerziellen Plantagen, sie leisten Nachtarbeit oder haben viel zu lange Arbeitszeiten. Etwa 10 Millionen Kinder werden wie Sklaven gehalten. Sie leisten Zwangsarbeit, zum Beispiel in Haushalten oder in der Landwirtschaft, werden sexuell ausgebeutet. Auch kleine Kinder arbeiten: 19 Millionen Kinderarbeiter sind jünger als elf Jahre. Ein Drittel der Kinderarbeiter besucht keine Schule.

Ursachen für Kinderarbeit

Nummer eins: Armut!  Die erhalten die Menschen, deren Arbeit in den Produkten steckt, nur einen Lohn von täglich zwei oder drei Euro, was auch in Indien, Bangladesch oder Mosambik kaum ausreicht, um eine Familie zu ernähren. Die Kinder müssen früh zum Familieneinkommen beitragen.  Konflikte und Naturkatastrophen verschärfen die wirtschaftliche Not, weil der Haupternährer tot oder von der Familie getrennt ist, weil Felder nicht bestellt werden können oder andere Einnahmequellen wegfallen. Auch Mädchen und Jungen, die durch HIV/Aids oder Ebola zu Waisen oder Halbwaisen gemacht wurden, sind besonders häufig von Kinderarbeit betroffen. Im östlichen und südlichen Afrika haben Wetterextreme wie Dürren im Wechsel mit schweren Regenfällen dazu geführt, dass Kinder die Schule abbrechen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Kinderarbeit in der Schokolade

Kaffee, Bananen, Schokolade, Handys oder Blumen – das Angebot an Waren, die in Deutschland in den Supermärkten liegen und ganz oder teilweise aus fernen Ländern kommen, ist immens. Warum sind die Waren so billig? Weil oft Kinderarbeit in den Produkten steckt.  Deutsche essen durchschnittlich neun Kilo Schokolade im Jahr. Das ehemalige Luxusprodukt ist zu einem der beliebtesten Massenkonsumartikel geworden, das oft wenig kostet. Doch der billige Genuss geht auf Kosten anderer Menschen und der Natur. In der Elfenbeinküste und Ghana, den beiden wichtigsten Kakaoanbauländern, arbeiten etwa zwei Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen auf Kakaoplantagen. Zu den gefährlichen Tätigkeiten, die Kinder im Kakaoanbau ausführen, zählen zum Beispiel das Tragen zu schwerer Kakaosäcke (60-70 kg schwere Kakaosäcke), die Arbeit mit gefährlichen Werkzeugen wie zum Beispiel Macheten oder das Versprühen von giftigen Pestiziden. Außerdem sind im Kakaoanbau in Westafrika rund 10.000 Kinder von Kinderhandel und –sklaverei betroffen. Viele der Kinder werden aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die Elfenbeinküste verschleppt und dort zur Arbeit auf Kakaoplantagen gezwungen. Zudem werden sie gar nicht oder nur sehr schlecht für ihre Arbeit bezahlt. Neben den körperlichen Beeinträchtigungen hinterlässt die harte, ausbeuterische Arbeit auch schwere psychische Störungen. Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten, haben teilweise jahrelang keinen Kontakt zu ihren Familien und werden außerdem oft beschimpft, gedemütigt oder sogar geschlagen.

 

Tag gegen Kinderarbeit

 

Am 10. Juni waren wir gemeinsam mit der Gruppe Fairtrade-Stadt SInzig auf dem Sinziger Markt. Neben dem Verkauf war es uns wichtig, über Kinderarbeit zu informieren. Viele BesucherInnen zeigten sich sehr erschüttert über das Ausmaß der Kinderarbeit. Uns wurde wieder klar, wie wenig verbreitet das Wissen über die tatsächlichen Verhältnisse in den Produktionsländern ist.

 

Marktstand

 


Unser Sortiment – haben Sie Wünsche oder Ideen?

 Unser Laden ist klein, aber wir finden, das Sortiment kann sich durchaus sehen lassen. Aber es gibt ja immer etwas zu verbessern. Deshalb freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen. Vermissen Sie etwas oder haben Sie irgendwo schon einmal ein besonderes faires Produkt entdeckt? Für jede Anregung sind wir dankbar! Vieles können wir ja auch jetzt schon auf Bestellung besorgen. Melden Sie sich einfach, wenn Sie etwas suchen!

 


 

Produkt des Monats: Rosé und Weißwein vom Koopmannskloof

 Nachdem der Wein im Juni schon so gut ankam, verlängern wir das Angebot: Was gibt es Schöneres als ein gut gekühltes Glas Rosé oder Weißwein an einem lauen Juniabend. Und der Wein schmeckt umso besser, wenn man weiß, dass dieser Wein von einem besonders engagierten Weinbau-Unternehmen kommt:

 

Das Weingut Koopmanskloof liegt etwa 50 Kilometer östlich von Kapstadt in den Bottelary Hills, die zur berühmten Weinregion Stellenbosch gehören. Das Weingut besteht aus sechs Weingärten, die seit 1896 im Besitz der Familie Smit sind. Sie gehen einen ungewöhnlichen Weg: So wurde den Mitarbeitern 2008 ein Weingarten überschrieben. Gleichzeitig wurden sie zu 18 Prozent Miteigentümerinnen und –eigentümer am Produktionsunternehmen Koopmanskloof Wingerde (Weinreben, Produktionsanlage und die Marke „Koopmanskloof“). Bereits 2007 hatte ein ehemaliger leitender Angestellter die Leitung von Koopmanskloof Wingerde übernommen. Insgesamt befinden sich zurzeit 51 Prozent der Anteile am Unternehmen Koopmanskloof im Besitz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – eine außergewöhnlich starke Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit. Insgesamt leben auf dem Weingut zurzeit 104 Beschäftigte mit ihren Familien. Zum Teil haben diese Fachkräfte mehr als 20 Jahre Erfahrung im Weinanbau. Sie sind an den Aktien von Koopmanskloof Wingerde beteiligt, wodurch sie automatisch am Gewinn beteiligt sind und damit auch eine Absicherung im Alter haben. Eine von den Angestellten gewählte Mitarbeiter-Vertretung setzt sich aktiv für deren Interessen ein und engagiert sich darüber hinaus in Gemeindeprojekten. Das beinhaltet Aktivitäten für Jung und Alt, Ausbildung, Sport, Erholung und Gesundheit.

 

Roséwein

Goue Vallei Rosé, trocken 0.75 l, 5,50 Euro  anstatt 6 Euro

fruchtig mit Note von Stachelbeeren, Erdbeeren und roten Früchten
Weißwein

Koopmanskloof Sauvignon Blanc, trocken 0.75l,  6,50 Euro anstatt 7  €

 

harmonischer Wein mit Aromen von gelben Früchten wie Maracuja

 

 

 

Entwicklungsarbeit, Hungersnot und Coronafolgen

 Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, wurde von der Frankfurter Rundschau (von  Kai Strutthoff) über die angekündigte Reform der Entwicklungsarbeit der Bundesregierung sowie über die drohende Hungersnot und Corona-Aufklärung mit Comics interviewt. Hier eine Zusammenfassung:

Herr Mogge begrüßt, dass die Bundesregierung die Art ihrer Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern regelmäßig auf den Prüfstand stellt. Die Auswahlkriterien für die Länder sollten transparent sein, damit nicht der Eindruck entsteht, dass etwa wirtschaftspolitische Interessen im Mittelpunkt stehen. Allerdings bestehe die Gefahr, dass dabei die am wenigsten entwickelten Länder hinten runterfallen. Es heißt zwar, dass in diesen Ländern private Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe weiterarbeiten sollen, aber ob diese Organisationen diese Aufgabe alleine stemmen können ist mehr als fraglich. Auch in schwierigen Ländern, in denen Reformprozesse nur langsam vorangehen, darf man die Ärmsten der Armen nicht im Stich lassen Deshalb kritisiert Mogge, dass es im Vorfeld der Neuordnung der deutschen Entwicklungshilfe keine ausreichende Abstimmung innerhalb der Geberlandschaft und mit den Hilfsorganisationen gab.

 Gerade jetzt, mitten in der Corona-Krise, brauchen all jene Länder, die über die geringsten Ressourcen, die schlechtesten Gesundheitssysteme, die schwächsten Widerstandskräfte verfügen, unsere Solidarität und Unterstützung, um Menschenleben zu retten. Mogge berichtet weiter: „Manche Projekte wurden etwas reduziert, aber eigentlich läuft alles weiter. Einige Kollegen konnten nicht mehr in ihre Projektländer einreisen, weil die Flughäfen schon geschlossen waren. Aber die meisten unserer internationalen Mitarbeiter haben bewusst entschieden, weiter vor Ort zu bleiben, wohlwissend, dass sie über Monate nicht rauskommen. Außerdem haben wir auch 2.500 nationale Mitarbeiter vor Ort, die weiterarbeiten.“ Vor dem Hintergrund der mangelnden Hygiene ist Aufklärung sehr wichtig: So hat die Welthungerhilfe  zum Beispiel einen Comic für Kinder und Jugendliche entwickelt, der in 25 Sprachen übersetzt wurde und zur Aufklärung dient. „Wir arbeiten aber auch mit Radiosendern zusammen, oder ganz traditionell mit Megafonen. Wir verteilen Seife, bauen Handwaschanlagen. Die Not ist überall unheimlich groß.“

 Eine noch viel größere Gefahr ist, dass die weltweite wirtschaftliche Rezession auch massive Auswirkungen auf die Situation in den Entwicklungsländern haben wird. Viele Investitionen wurden abgezogen, Lieferketten unterbrochen, die Nahrungsmittelpreise haben sich massiv erhöht, weil sich Importe verteuert haben. Das wird Auswirkungen auf das Armutsniveau und den Hunger in diesen Ländern haben. Tagelöhner, die ohnehin von der Hand in den Mund leben, können nichts mehr erwirtschaften. Das treibt die Menschen in die Hände von Terrorgruppen oder auf die Flucht, weil es überall besser ist, als dort, wo sie gerade sind.

Die Corona-Krise verdrängt die Nachricht, dass Ostafrika zurzeit von der  schlimmsten Heuschreckenschwärme seit 70 Jahren heimgesucht wird. Die Ausgangsbeschränkungen verhindern zudem die Eier der Heuschrecken wirkungsvoll zu bekämpfen, zumal auch Pestizide nicht geliefert werden. Diese Schwärme werden also weiter anwachsen, das letzte Grün wegfressen und die Hungersituation dort noch weiter verschärfen.

Immerhin: Die Welthungerhilfe spürt eine deutliche Solidarität in der deutschen Gesellschaft. Mogge: „Vielleicht verstehen jetzt die Menschen bei uns besser, was passiert, wenn eine Epidemie wütet, was Quarantäne und Lockdown für den Einzelnen bedeuten. Vielleicht hat das Menschen bewogen, sich mit einer Spende solidarisch zu zeigen. Dafür sind wir unendlich dankbar. Und wir hoffen darauf, dass wir jetzt keinen Abbruch erleben. Wir brauchen einen langen Atem in dieser Krise.“

 

Falls Sie noch etwas anderes suchen, fragen Sie gerne nach. Am besten per E-Mail. Wir melden uns dann bei Ihnen!

 


Wir freuen uns, wenn Sie / Ihr den Newsletter an Freunde und Bekannte weiterleiten/t. Danke dafür!

 

Weltladen Remagen- Sinzig, Marktstr. 25 , 53424 Remagen

Telefon: (02642) 3335 | E-Mail:

 

Öffnungszeitenvorläufig  begrenzte Öffnungszeiten:

Montag: 16:00 – 18:00 Uhr

Donnerstag: 16:00 – 18:00 Uhr